Wer sich mit Innovation beschäftigt, der weiss, dass ein effizientes Frühwarnsystem enorm wichtig ist, um das Umfeld auf Veränderungen, Trends, Hinweise, Bewegungen der Konkurrenz, unerfüllte Kundenwünsche etc. systematisch abzusuchen. Die meisten werden jetzt sagen „Ich lese die Zeitung und werde so immer mit aktuellen Informationen versorgt.“ oder „Ich habe die Fachzeitschrift X abonniert und erhalte zudem einen regelmässigen Newsletter des Branchenverbandes, das reicht.“. Meistens reicht das eben nicht ganz…

Was ist ein Frühwarnsystem?

Im Buch „Bridging the Innovation Gap“ von Daniel Huber, Heiner Kaufmann und Martin Steinmann beschreiben die Autoren ein Modell, wie man in einem Unternehmen richtig innoviert. Hervorheben möchte ich die Methode des Frühwarnsystems, welches für das Überleben und Wohlergehen eines Unternehmens unerlässlich ist. Es geht dabei um das „Erkennen von Neuem“ und die „geeignete und schnelle Verarbeitung und Interpretation, welche Information entscheidend ist“. Ein leistungsfähiges Frühwarnsystem ist einem Radar gleichzusetzen, welcher auf die Suche nach neuen Geschäftspotenzialen, neuen Technologien und Zukunftsentwicklungen ausgerichtet ist. Es geht also darum, „Informationen aus der relevanten Umgebung systematisch zu finden und für das Unternehmen adäquat zu interpretieren“.

Wie baue ich ein Frühwarnsystem?

Zum zielgerichteten Erkennen und Überwachen möglicher Signale für Veränderungen und Neuerungen sollte ein Frühwarnsystem institutionalisiert werden. Selbstverständlich sieht ein solches Frühwarnsystem bei Grossunternehmen anders aus, als bei KMUs. Ich bin vor kurzem auf ein Stelleninserat gestossen, wo ein grosses Versicherungsunternehmen einen „Ecosystem-Manager“ gesucht hat. In einer eigens geschaffenen Stelle soll der Stelleninhaber aktiv den Markt beobachten, Events und Messen besuchen, das Internet durchforsten und den Puls der Zeit fühlen, um die Marktrelevanten Informationen für den Innovationsmanager aufzubereiten. Bei einem KMU kann das der Geschäftsführer oder der Patron sein, der aus cleveren und breit aufgestellten Quellen effizient Informationen über das Umfeld seines Unternehmens gewinnt. Zeitung, Fachzeitschrift und Newsletter reichen jedoch nicht aus. Nebst Besuchen auf Innovationstagungen und fachspezifischen Events sollte das Internet systematisch auf Information durchsucht und relevante Feeds abonniert werden. Inspirative und unterhaltsame Quellen sind z.B. Youtube, Gruppen bei Linkedin, Blogs, Newsportale (Feedly) etc.

Folgender Prozess eignet sich zum Installieren eines Frühwarnsystems:

  1. Information über Möglichkeiten und Erfordernisse sammeln. Analyse der gegenwärtigen Situation und der vorhandenen Elemente eines Frühwarnsystems.
  2. Planen des eigenen Frühwarnsystems aufgrund von Literatur oder Informationen im Internet.
  3. Vorschlag an die Geschäftsleitung und Entscheidung zum Schaffen, budgetieren und strategischen Einplanen einer Stelle (Grossunternehmen) bzw. Integration in einer passenden bestehenden Funktion durch Erweiterung der Aufgaben (KMU).
  4. Institutionalisieren des Frühwarnsystems als kontinuierlicher Prozess zum Erkennen von Neuem (aus der Umwelt) oder Feedback aus dem Unternehmen (die Mitarbeiter motivieren erkannte Trends mitzuteilen).
  5. Kontrolle, Interpretation und systematische Ordnung/Dokumentation der Information (Analyse).
  6. Erkennen von Trends, Chancen, Gefahren etc. und Nutzung dieser Information für die Innovations- und Unternehmensstrategie.

„It’s easy to come up with new ideas; the hard part is letting go of what worked for you two years ago, but will soon be out of date.“ – Roger von Oech

Quellen

Bridging the Innovation Gap – Daniel Huber, Heiner Kaufmann, Martin Steinmann
Titelbild: Eigene Darstellung, Idee von Bridging the Innovation Gap – Daniel Huber, Heiner Kaufmann,

Bridging the Innovation Gap: https://www.innovation-gap.com/

Quote: http://www.leadershipnow.com/creativityquotes.html

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